Archive for August 2007

Stromabstellbriefe in Nicaragua

Stromabstellbriefe. Ein leidiges Thema, welches mich in meinen Jahren in der BKW lange begleitet hat. Da wird vom Netz geplant, welche Region wann und warum einer Wartung unterzogen wird. Damit die Arbeiten ausgeführt werden können, wird der Strom für einen Zeitraum abgestellt. Und damit Herr und Frau Schweizer inklusive Aquarium, PC und elektrischer Zahnbürste informiert sind, wird an alle relevanten Personen welche an dieser Trafostation angehängt sind, ein Schreiben versandt. Elisabeth K. hält dazu ein mehrseitiges Dokument mit der Codierung von Lieferadresse, Eigentümer und Stromabstellbriefempfängern 1 bis 4 zur weiteren Erklärung bereit.

Stromabstellbrief. Ich kenne das spanische Wort dazu nicht.

Ni modo, spielt keine Rolle. Existiert in Nicaragua nämlich nicht. Die BKW von Nicaragua funktioniert da etwas pragmatischer. Heute zum Beispiel. Um Neun ist der Strom ausgefallen. Das ist für eine Vielzahl der Bevölkerung zwar nichts neues, einige Stunden im Tag müssen sie auf die Energie aus der Steckdose verzichten, weil mit Abschaltungen von ganzen Barrios (Quartieren) die Energiekrise reguliert wird. Montag bis Freitag. Egal ob leerstehende Wohnung oder produzierender Kleinbetrieb. Unser Parque de Ciencia liegt aber nicht in einem solchen Quartier. Nach einer Stunde ist der Strom immer noch weg, meine anfängliche Phantasie wandelt zur starken Vermutung und wird kurz darauf bestätigt: Ein Fahrzeug mit Arbeitern der Union Fenosa fährt ins Areal. In der Hand schwingen sie Manchetten. Das kommt mir irgendwie bekannt vor, genau vor einer Woche war das schon mal so. Bäume schneiden. Bäume, welche den Stromleitungen zu Nahe kommen. Klar, da muss abgestellt werden. Schade dass wir das nicht gewusst haben. Der Rest ist schon Routine: die Besprechung auf morgen verschieben, die verbleibende Batteriereserve am Laptop sorgfältig einsetzen. Internetverbindung hats keine mehr, der Server läuft nicht ohne Energie.

Da kommt mir Leutnant Pfirter in den Sinn. RS, 1994. Der hat solche Fälle immer zu überbrücken gewusst: „Hie chame no wüsche“. Im frühen Nachmittag habe ich’s aber gesehen und gehe nach Hause.

Gerade als ich auf den Töff steige, höre ich ein Telefon klingeln. Aha. Immerhin! Enitel (die nicaraguanische Swisscom) hat die Kupferkabel scheinbar wieder installiert. Einige hundert Meter wurden letzte Woche über Nacht geklaut. Den Dieben hat’s einige Pesos beim Alteisenhändler eingebracht.

Dienstag, 28. August 2007

San Dionisio – ländliche Idylle mit herzlichen Menschen

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Samstag, 25. August 2007

Arriba los pobres del mundo!

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Vor zwei Minuten stand ich noch hinter dem übermannshohen Plakat. Pinkelnd. Zweifelsohne das Highlight meiner Busüberfahrt von León nach San Isidro. Etwas weniger als zweihundert Minuten Bodenwellen, Strassenlöcher und gefühlsmässig deren ebensoviele Zwischenstopps um noch mehr Leute aufzuladen.

Erst jetzt, Körperspannung wiederhergestellt, auf den Bummlerbus nach Estelí wartend, nehme ich das Bild des Staatspräsidenten wahr. Bald dreiviertel Jahr ist er nun im Amt. Verspricht bei seinen Auftritten nach wie vor Grosses. Gratis Schulbildung und Gesundheit für alle, zum Beispiel.

„Gehen Sie nach Estelí?“ fragt mich der Mann neben mir. Er sei auf dem Weg, seinen Vater zu besuchen. Lungen, aber jetzt aus dem Krankenhaus entlassen. Braucht noch etwas Erholung. 78 Jahre alt, ein stolzes Alter. Er? 40 Jahre. Hagere Postur, aber zäh und wohl kräftig. Dunkles mit tiefen Furchen gezeichnetes Gesicht. Leder. Gerade mal vier Jahre älter als ich. Die Unterschiede in unserer Lebensgeschichte sind unübersehbar.

„Ja, besser. Einen Teil der Medikamente, welche das Spital nicht verfügbar hat, müssen wir aber selber bezahlen“ antwortet er mir auf die Frage, ob im konkreten Fall von Daniels Versprechen etwas spürbar ist. Später beobachte ich ihn wie er neben mir im Bummler sitzend die 15 Pesos Fahrpreis zusammenklaubt. Für einen Moment spüre ich das Bedürfnis, ihm einen Geldschein in die Hand zu drücken. Für die Medikamente. Oder die Rückfahrt. Oder vielleicht einfach weil es Sonntag abend ist, ich hundemüde bin und nach einem friedlichen Genusswochenende in León wieder Einblick in einen Ausschnitt der Realität dieses Landes habe.

Neben der körperlichen stellt sich eine andere Müdigkeit ein.

Sonntag, 19. August 2007

Bündnerfleisch!

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Ein herzliches Dankeschön an meine Eltern für die gelungene Überraschung, das Päckli ist gut angekommen!

Donnerstag, 16. August 2007

Interteam-Encuentro in Matagalpa

Luzius Harder, Programmverantwortlicher Lateinamerika von INTERTEAM Schweiz hat vor 2 Wochen Nicaragua besucht. Neben den persönlichen Treffen am Arbeitsplatz und dem Gespräch mit den lokalen Organisationen fand auch ein Treffen mit allen Kooperanden des Landes statt. War einmal mehr ein gelungener Anlass mit genügend Raum zum Austausch untereinander.

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Im genialen Schulungszentrum „Fundación Maria Cavalleri“ im Molino Norte bei Matagalpa.

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Die Kathedrale von Matagalpa – erinnert mich irgendwie an eine zu Griechenland gehörende Insel…

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Foto: Erik Keller, Unité Nicaragua

Luzius beim Katzentransport von Estelí nach Jinotega…  Nun sind alle drei Jungtiere verschenkt. Wenn mich nicht alles täuscht und ich die Geräusche der letzten Nächte in unserem Patio richtig zugeordnet habe, naht aber bereits der dritte Wurf in diesem Jahr ….

Mittwoch, 15. August 2007


 

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